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Albumvorstellung: «Neu erzählen»

Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Revolverheld:

Mit Leichtigkeit durch

die Pandemie

Berlin/Hamburg (dpa) - Der Revolverheld-Song «Unsere Geschichte ist erzählt» (2018) handelte von einer tragischen Liebesgeschichte ohne Happy End.

Das war der Band - gerade jetzt in Corona-Zeiten - doch etwas zu hoffnungslos. Darum geben die Musiker dem Liebespaar musikalisch noch eine Chance: In «Neu erzählen» geht die Geschichte dann auch gut aus.

Die Song-Fortsetzung ist der Auftakt zum gleichnamigen Album der Hamburger. Die zwölf Lieder sind von einer Leichtigkeit beseelt, die der Band in der Pandemie wichtig ist. «Für uns war die Arbeit am Album fast schon therapeutisch in diesen Corona-Zeiten. Wir hatten etwas zu tun und konnten etwas erschaffen. Sonst wäre mir wahrscheinlich die Decke auf den Kopf gefallen», sagte Sänger Johannes Strate (41) der Deutschen Presse-Agentur.

Er habe vermieden, die Corona-Stimmung zu vermitteln. Dennoch sei das Album von dieser Zeit inspiriert. «Normalerweise sind wir viel unterwegs, und ich reise gern auch privat durch die Welt. Dann erlebst du in Italien die eine Geschichte und in Amerika die andere. Das ist natürlich alles weggefallen. Darum kamen tiefer gelagerte Themen an die Oberfläche.»

Der wohl persönlichste Song «Das Größte» ist eine Liebeserklärung an Strates achtjährigen Sohn Emil: «Du bist in jedem Gedanken, jedes Gefühl bist irgendwie du...Du bist einfach das Größte auf dieser Erde für mich.» Er habe die Klavierballade innerhalb von nur 45 Minuten geschrieben, berichtete Strate. «Den Song zu schreiben, war relativ einfach. Darüber zu sprechen, fällt mir dagegen eher schwer. Es ist natürlich ein sehr persönliches Lied.»

In ihrer fast 20-jährigen Bandgeschichte landeten die vier Pop-Rocker Hits wie «Spinner», «Ich lass für dich das Licht an» oder «Halt dich an mir fest», sie schafften mit allen fünf Studioalben den Sprung in die Top Ten der Charts.

Auf «Neu erzählen» bieten Revolverheld nun die gewohnte Mischung aus Schmuse-Balladen («Vom Suchen und Finden»), Gute-Laune-Pop («Dahinten wird's schon wieder hell») und etwas rockigeren Stücken («Abreißen»).

© dpa-infocom, dpa:211005-99-483954/3

Website Revolverheld

Albumvorstellung: «Wenn die Kälte kommt»

Foto: Axel Heimken/dpa

 

Wenn die Kälte kommt

Santiano

begeben sich ins ewige Eis

Flensburg (dpa) - Die Fragen, die sich Santiano zu Beginn der Arbeit an einem neuen Album stellen, sind immer ähnlich.

«Wie schaffen wir es, Santiano zu bleiben, und trotzdem ein neues Thema für uns zu entdecken. Welche Tür können wir noch öffnen, um wieder eine gute Geschichte zu erzählen?», sagt Leadsänger Björn Both im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Nachdem sie über Meere gesegelt und Boote durch Wüsten gezogen haben, zieht es sie diesmal ins ewige Eis.

Für Santiano, die dieses Jahr ihr zehnjähriges Bestehen als Band feiern, ist «Wenn die Kälte kommt» das fünfte Studiowerk, 2019 erschien zudem ein MTV-Unplugged-Album. In ihren Songs vermischen die «Seemänner», die im nördlichen Schleswig-Holstein leben, verschiedene Genres: Irish Folk, Pop, Rock und Shantys. Sie singen stimmgewaltig, oft hymnisch. Die Lieder handeln von Heim- und Fernweh, Liebe, Tod und Hoffnung.

Auch das neue Album unterscheidet sich darin nicht. Außer dass es vielleicht noch mal eine Stufe zulegt, musikalisch und konzeptionell. Eigentlich sollte das Album - für Both «natürlich das geilste Album, das wir je gemacht haben» - im Mai erscheinen. Wegen Corona wurde der Veröffentlichungstermin auf den Oktober verschoben.

Björn Both, Axel Stosberg, Hans-Timm Hinrichsen, Andreas Fahnert und Pete Sage nehmen ihre Hörer mit in eine Zeit, in der der Brite Robert Falcon Scott und der Norweger Roald Amundsen sich einen (für Scott tödlichen) Wettlauf um die Eroberung des Südpols lieferten. Santiano standen vor einem Problem: «Wie willst du das in einem Lied erklären?», fragt Stosberg im dpa-Gespräch. Das gehe nicht - es brauche Zeit, Höhen und Tiefen eines solchen Abenteuers zu erzählen.

«Daher haben wir uns entschlossen, ein Konzeptalbum zu machen, mit einem Thema, das sich wie ein roter Faden durchzieht», so Stosberg. Bei der Plattenfirma sei die Idee gut angekommen, weil sie etwas Besonderes war.

Auf dem Video zum Titelsong kämpfen sich Santiano mit vereisten Bärten und Gesichtern in historisch anmutender Kleidung durch Schneestürme und Eismassen. Sieht sehr real aus, ist aber Fake, sagt Both. Eigentlich sollte der Dreh wie üblich irgendwo in einer zur Szene passenden Umgebung stattfinden. Aber wegen der Pandemie war das nicht möglich. «Also haben wir bei 25 Grad im Schatten getan, dass wir 25 Grad Minus hatten.» In einem Kieswerk bei Flensburg, im August, mit kleingeschredderten Papierschnipseln und Windmaschinen.

Für Helge Petersen vom 1. Offiziellen Santiano-Fanclub hat «Wenn die Kälte kommt» das Potenzial, sein neues Lieblingsalbum zu werden, wie er der dpa am Rande der Release-Party in Glücksburg bei Flensburg kurz vor der Veröffentlichung sagte. «Ich persönlich liebe es breit, fett, groß, noch größer. Da schwimme ich mit den Jungs mit. Und dieses Album ist ja definitiv noch mal ne Schippe mehr.»

Bereits das Debüt «Bis ans Ende der Welt» (2012) katapultierte Santiano an die Spitze der Charts. Und da landeten bisher alle Alben der Band aus dem Norden. Rund vier Millionen Tonträger hat sie seit ihrer Gründung verkauft, zahlreiche Preise, Gold-, Platin-, Diamantauszeichnungen eingeheimst. Ihre Songs wurden nach Angaben der Plattenfirma rund 600 Millionen Mal gestreamt.

Erhöht das den Druck? Both verneint. Sie seien allerdings Sportler genug, um zu wissen, dass der Zweite der erste Verlierer ist. «Aber wir sehen das auch mit 'nem Augenzwinkern. Das ist auch der Grund, warum es funktioniert», sagt der Sänger. «Man darf das nicht verbissen sehen. Aber es mit 'nem grinsenden Händereiben wieder auf 'ne Eins bringen zu wollen, ist ja nichts Schändliches.»

© dpa-infocom, dpa:211005-99-484959/4

Label-Website

Santiano auf Facebook

 

 

 

Albumvorstellung: «Welcome To Prairieville»

Foto: Christoph Soeder/dpa

Welcome To Prairieville

Country-Mann Logan Mize

lädt in das Dorf seiner Träume ein

Nashville (dpa) - Eigentlich liegt das echte Prairieville irgendwo in den Weiten des US-Staates Louisiana. Doch das Prairieville von Logan Mize existiert nur in der Fantasie und den Songs des Country-Sängers.

Dieses Idealbild eines kleinen amerikanischen Kaffs, von vielen Amerikanern auch als «Anywhere, USA» angesehen, hat sich der aus Kansas stammende Mize während der Jahre seiner musikalischen Tätigkeit in Nashville erstellt.

Das neue Album «Welcome To Prairieville» zelebriert nun nicht nur die ländliche Herkunft des Country-Stars, sondern zeigt auch erneut seine großartigen Fähigkeiten als Geschichtenerzähler. Mize hat fast ein ganzes Jahrzehnt am Konzept des Albums gearbeitet und - bis auf eine Ausnahme - alle Songs mit Co-Autor Blake Chaffin geschrieben. So ist ihm nach «Still That Kid» sein wohl persönlichstes Album gelungen.

Mit dem Opener «George Strait Songs» feiert Country-Crooner Mize seine US-Wurzeln und seine Heimat, in der er immer noch «ein wenig Amerika» sieht. In «Wine At The Church, Beer At The Bar» geht es um das beschaulich ruhige Leben in einer Kleinstadt, ebenso in «River Road» oder «I Still Miss You».

Die Entstehungsgeschichte des neuen Albums ist recht einfach: Mize hatte Heimweh nach Kansas, konnte aber seine Arbeit in Nashville nicht liegen lassen. So baute er zusammen mit seinem Freund Chaffin - ebenfalls aus Kansas - das fiktive Prairieville, in das sich beide bei jedem Anflug von Heimweh musikalisch zurückziehen konnten. Mit Geschichten über Freunde und Bekannte aus den echten Heimatorten entstanden rund 50 Songs über den Mittleren Westen der USA - nostalgische Bilder einer allmählich schwindenden Idylle.

«Wann immer wir zusammentrafen, kam die Frage auf, was denn gerade in Prairieville geschieht», erzählt der 36-jährige Mize. «Und dann pickten wir die besten Songs heraus, und das war dann unser Projekt.» Der reale Abschluss: Mize ist inzwischen nach Kansas zurückgezogen, er macht dort weiter Country-Musik im eigenen Studio auf seiner Farm.

© dpa-infocom, dpa:210928-99-391575/3

Website Logan Mize

Albumvorstellung: «Breathe»

Foto: Fifou/Universal Music/dpa

 

Felix Jaehns «Breathe»:

Abschluss und Gesamtkonzept

Berlin (dpa) - Früher war auch in der Musik vieles anders: Die Künstlerinnen und Künstler gingen ins Studio, brachten eine Platte heraus und koppelten daraus dann Singles aus. In Zeiten von Spotify und Co. ist das nicht mehr so einfach möglich.

Ist ein Album auf dem Markt, können Fans gleich alle Songs unbegrenzt streamen. Diese Art, Musik zu konsumieren, macht sich auch auf dem neuen Album des Produzenten Felix Jaehn bemerkbar.

Fast alle der 15 Songs waren bereits vor der Veröffentlichung bekannt, denn Jaehn brachte sie in den vergangenen drei Jahren nach und nach als Singles auf den Markt. «Das Album fasst für mich einen Zyklus zusammen und ist Abschluss und Gesamtkonzept der vergangenen Jahre», so der 27-Jährige im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Der Produzent, der in Hamburg geboren wurde und an der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern lebt, landete vor sechs Jahren mit der Dance-Version des Chaka-Khan-Klassikers «Ain't Nobody» seinen ersten Hit. Danach tourte er unentwegt durch die Welt, legte mit Weltstars auf und gönnte sich kaum Pausen. Im vergangenen Jahr sprach Jaehn dann mehr und mehr über vergangene Panikattacken und Angstzustände.

Positive Emotionen

Mittlerweile gehören Yoga, Meditationen und Atemübungen zu seinem Alltag, weshalb das Album auch «Breathe» (atmen) heißt. Auf seinen Tracks will er die schwierigen Momente in seinem Leben hinter sich lassen und positive Emotionen aussenden.

«Without You», «Old Me» oder «Happy» sind typische Club-Nummern, bei denen Jaehn aber auch etwas über sein Innenleben preisgibt. «Jetzt geht es mir wieder gut. Die schlechten Seiten hatten ihren Sinn, die haben mich geprägt und zu dem gemacht, der ich heute bin. Dafür bin ich dankbar. Jetzt geht es wieder voran», heißt es etwas floskelhaft in «I Gotta Feeling» mit DJ-Kumpel Robin Schulz.

Auch auf seinem zweiten Album «Breathe» arbeitet der 27-Jährige mit eher unbekannten Künstlerinnen und Künstlern zusammen, darunter die schwedische Sängerin Miss Li oder die britische Musikerin Georgia Ku. «Bei mir liegt der Fokus nicht darauf, wer die größte Reichweite hat, sondern mit wem ich die Songs schreiben will», erklärt Jaehn. Die neuen (und alten) Songs seiner Platte will der DJ im Herbst auf Tour spielen - wenn auch coronabedingt noch nicht in vollen Hallen.

© dpa-infocom, dpa:210928-99-391581/3

Website Felix Jaehn

Peter Maffay: «So weit ...»

Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Emotionaler denn je:

Peter Maffays neues Album

«So weit ...»

München (dpa) – Natürlich hat mal wieder Corona Schuld. In diesem Fall ist das Virus aber ausnahmsweise für etwas verantwortlich, das viele freuen dürfte: das neue, diesen Freitag erscheinende Peter-Maffay-Album «So weit ... ».

«Wir waren in einer verzwickten Situation», sagt Peter Maffay der Deutschen Presse-Agentur. Die geplante Tour habe abgesagt werden müssen, die Band war in alle Himmelsrichtungen verstreut. Und er, der für seine rastlose Umtriebigkeit berühmte Musiker, war: zum Nichtstun verdammt. «Also was tun?», habe er sich gefragt.

Ein paar Dinge habe er während des Lockdowns im Trockendock seines Red-Rooster-Studio-Komplexes im oberbayerischen Tutzing ausprobiert: ein eigenes TV-Format, einen Podcast, zudem ist er in ein Start-Up eingestiegen. Alles Dinge, die ihm Spaß gemacht hätten – aber nicht viel mehr als eine Notlösung gewesen seien. Also: «Ich habe meine Song-Skizzen rausgeholt und angefangen, daran zu arbeiten.» 

Normalerweise ist jedes Peter-Maffay-Album Resultat eines bandinternen Entstehungs- und Entwicklungsprozesses. Seine getreuen Musiker, mit denen die deutsche Rock-Legende mitunter seit mehr als 40 Jahren zusammenspielt, bringen sich kreativ in die Kompositionen ein – und prägen damit wesentlich die Gangart und den Sound der Alben. Normalerweise. Für sein neues Werk kam dies nicht in Frage: Der eine hing auf den Seychellen fest, der andere auf einer griechischen Insel. Der nächste sei auf einem Segel-Törn, erzählt Maffay. Und der arme Bassist müsse sich weiter von den Folgen eines Unfalls erholen.

Was tun? Natürlich – aus der Not eine Tugend machen. «Das war noch viel mehr», sagt Maffay und schlägt einen fast schon pathetischen Tonfall an, «es war die Verwirklichung eines alten Traumes. Etwas, was ich schon immer machen wollte – wofür ich aber noch nicht den Mumm hatte.» Klingt groß – und ist im Grunde das Gegenteil davon: ein Singer/Songwriter-Album, das mit einem Minimum an Aufwand auskommt.

Ein ganz kleines Team hat Maffay für die Aufnahmen von «So weit ... » um sich geschart: den holländischen Multi-Instrumentalisten und ehemaligen Common-Linnets-Musiker J.B. Meiers sowie die Texter Benni Dernhoff und Johannes Oerding. In ein paar arbeitsintensiven Wochen seien elf Songs entstanden.

Im Verlauf des Albums gewährt der Künstler intime Einblicke: Wenn er in dem Song «Jedes Ende wird ein Anfang sein» den Tod seines geliebten Vaters und die Geburt seiner Tochter Anouk thematisiert und dabei vom unentrinnbaren Kreislauf des Lebens erzählt; wenn er in dem Lied «Odyssee» das längst ikonische Bild des ertrunkenen Flüchtling-Kindes in berührende Töne und Worte transformiert oder wenn er im «Lockdown Blues» zu rabiaten Blues-Rock-Klängen seinen Frust über Corona ablädt: mitunter politisch aufgeladen. Dennoch ist «So weit ...» ein gefühlsbetontes Album. 

Beispiel: Das kitschfrei für Gänsehaut sorgende Liebeslied «Wir zwei», seiner Lebensgefährtin Hendrikje Balsmeyer gewidmet. Oder «Wenn wir uns wiedersehen» – ein weiterer trauriger und dazu zuversichtlich stimmender Abschiedsgruß an seinen Vater. Und: Ein Musikstück, das ihn forderte: «Bei den Aufnahmen musste ich immer wieder mit meinen Tränen kämpfen», sagt Maffay. «Ich hoffe, dass ich den Song live ohne zu weinen singen kann. Das wird eine echte Herausforderung.»

Eine Herausforderung anderer Art sei der Song «Wann immer» gewesen. Schließlich gibt hier der Gitarrist Maffay den Piano-Mann – eine Premiere in seiner rund 50-jährigen Karriere. «Ich wollte eigentlich, dass J.B. Meiers das einspielt, aber er wollte nicht. Er meinte, das müsse unbedingt ich machen, da es so persönlich sei. Es gehe nicht um Perfektion, sondern um das Gefühl. Er hatte damit total recht. Also habe ich wie blöd geübt, um das hinzubekommen.»

So ist Maffay auf dem sehr getragenen Song also erstmals auf einem Album am Klavier zu erleben – er schlägt sich an den Tasten mehr als wacker. Sicher, er wird einem Billy Joel oder Elton John keine Konkurrenz mehr machen und ein bisschen Studio-Kosmetik war, wie er zugibt, auch notwendig. Nichtsdestotrotz: Der Titel gehört zu den Glanzlichtern des Albums – eines von vielen.

© dpa-infocom, dpa:210917-99-251400/2

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